Outback Part Three

Highway! Noch nie war es so schön wieder festen Boden unter dem Auto zu spüren. Nun war es soweit, dass Wahrzeichen Australiens nicht mehr weit entfernt, Uluru here we are. Es war allerdings schon spät und dunkel somit beschlossen wir, uns einen geeigneten Platz zum Schlafen zu suchen.

An verschiedenen Orten sind wir bereits Aborigines begegnet. Ich hatte immer die Vorstellung von freundlichen Einheimischen, die ein wenig an Indianer erinnern, weit gefehlt! Aborigines machen mir Angst, zumindest viele von Ihnen. Ein Großteil verbringt den Tag mit Alkohol, Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Es gibt zwar ein Limit für das Kaufen von Alkohol,  scheint nur nicht viel zu nutzen.

Auf unserem Weg durch die Nacht Richtung Uluru befand sich ein Auto am Strassenrand, alles deutete auf eine Autopanne hin, einige Aborigines standen am Wagen ein weiterer auf der Strasse, dieser gestikulierte mit seinen Händen um uns zum Anhalten zu bewegen. Laura und ich waren uns einig, sagten gleichzeitig und spontan zu Simone der am Steuer saß „go, go, go“.  Simone tat wie im geheißen und der Wagen der zuvor noch den Anschein einer Autopanne machte, folgte uns!

Nach einigen Kilometern wurde die Verfolgung aufgegeben, die Szene erweckte allerdings Unbehagen, ich schlief im Auto, das Rückfenster war nicht zu schließen, die Mülltüte war wohl kein besonders sicherer Schutz. Simone und Laura schliefen im Zelt, was nun auch nicht mehr Sicherheit versprach. In dieser Nacht konnte ich sehr schlecht schlafen, ich wachte auf und die Mülltüte war zur hälfte heruntergeklappt. Mein Herz pochte und ich horchte auf, nichts war zu hören, ich brauchte einige Zeit um aus dem Auto zu steigen und die Mülltüte wieder am Auto zu befestigen. Der Wind hatte diese gelockert. Das ganze wurde von einen Albtraum getoppt, indem ein Aborigine sich im Auto befand und an meiner Tasche zerrte…ich schrie nur „help, help“, ja tatsächlich in Englisch, so weit ist es schon…

Wir erreichten Uluru am späten Nachmittag des nächsten Tages, der Eintritt für drei Tage im Nationalpark kostet pro Person 25 Dollar (AUD). Wir hatten nichts besseres zu tun, als uns mit unserem Auto vor Uluru zu stellen Pasta zu kochen und italienisches Brot zu backen. Fairer Weise muss man sagen das überwiegend Laura und Simone gekocht habe, ich habe es bevorzugt den Abwasch zu machen.

Den Sonnenauf.- und Sonnenuntergang wollten wir uns am nächsten Tag ansehen, was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, ist das es dazu nicht kommen würde. Laura wurde krank und das Wetter machte zusätzlich einen Strich durch die Rechnung. Ich hätte klar auch alleine zum Nationalpark fahren können, es hat jedoch so stark geregnet, das ich es bevorzugt habe ebenfalls auszusetzen.

Laura ging es am nächsten Tag nicht sonderlich besser, dem Wetter auch nicht. Guten Mutes fuhren wir trotzdem zum Nationalpark, wo es nicht nur Uluru sondern auch Kata Tjuta zu bestaunen gibt, für mich sehr viel beeindruckender bei freier Sicht. An unserem Tag war es stark bewölkt, eine Sicht quasi nicht vorhanden, daher gibt es leider keine Fotos von Kata Tjuta.

Da unser Auto noch immer heiß lief, auffällig nach Benzin roch, das Rückfenster weiterhin nicht zu schließen und nun auch noch die Motorhaube verdächtig locker war, beschlossen wir an Kings Canyon vorbei zu fahren und uns auf direktem Weg nach Alice Springs zu begeben, um erneut eine Werkstatt aufzusuchen.

In Alice Springs eine Werkstatt zu finden, die am gleichen Tag Zeit hat sich das Auto anzusehen, ist eine absolute Herausforderung. Wir haben den Tipp bekommen zu einer Werkstatt zu fahren, die auch gebrauchte Ersatzteile auf Lager hat, damit unsere Reparaturen nicht so teuer werden. Die lockere Motorhaube wurde in Sekunden Repariert, ein Klacks der uns nichts kosten sollte. Der Geruch nach Benzin sei bei stark schwankenden Temperaturen normal und die Fensterscheibe, ja die haben wir dann erst einmal versucht selber zu reparieren, nach dem uns erklärt wurde, was zu machen wäre. Im Prinzip wollten wir einfach nur den Sensor ausbauen, den wir allerdings nicht finden konnten. Der Mechaniker machte sich somit doch ans Werk, nach ca. 2 Stunden war auch das Problem behoben. Wir wollten gar nicht wissen, wie viel uns eine 2 stündige Reparatur kosten würde, fragten dennoch vorsichtig nach. Die unglaubliche Antwort war „nothing“, die Werkstatt wollte tatsächlich keinen Cent von uns und meinte, sie freuen sich, wenn wir uns freuen.

Selbstverständlich gab es eine Runde Bier für die Jungs.

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In Alice Springs trafen wir dann noch einmal auf unsere Mädels und Elias, so konnten wir unseren Abschied doch noch vernünftig zelebrieren.

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Weiter ging es nach Darwin mit einem Zwischenstopp im Litchfield Nationalpark, wo es unter anderem wunderschöne Wasserfälle zu sehen gibt und architektonisch interessante Termintenhügel.

Es sind tatsächlich nur drei von zwölf Leuten in Darwin angekommen. Laura hat von Darwin im Prinzip nur den Flughafen gesehen, Simone und ich blieben noch einige Tage beisammen um das Auto zu verkaufen. Dabei haben wir es uns nicht nehmen lassen, noch einmal in einen Nagel zu fahren :-).

Die Mädels und Elias sind übrigens noch in Alice Springs, leider hat deren Auto auf dem Weg nach Uluru den Geist aufgegeben und die Reparatur ist sehr teuer.

Ich mache mich weiter auf den Weg nach Cairns, dieses Mal fliege ich und habe mir vorgenommen die Ost-Küste zu bereisen. Es folgen: Townsville, Airlie Beach, Brisbane und Gold Coast (Surfers Paradise) mit einem Abstecher nach Melbourne (Victoria).

Hat Euch Simone übrigens die ganze Zeit an jemanden erinnert?
An meine lieben Ex Kollegen, an was erinnert mich das Gebäude in Darwin?

Fazit:

Die für mich beste Werkstatt in Alice Sprigs:
Territory Wrecking, 194 North Stuart Hwy.

Autoverkauf in Darwin:
Für 4 WD’s eine gute Stadt, jedoch solltet Ihr mindestens eine Woche für den Verkauf planen, sonst müsst Ihr zu sehr vom Preis nachlassen.

Kings Canyon:
Für mich einer von vielen Gründen wieder zu kommen, denn es soll sehr sehenswert sein.

Outback Part Two

Unsere Reise wurde Richtung Flinders Ranger fortgesetzt, weiter mit an Bord waren, Ari, Alex, Elia, Laila, Simone, Laura und ich. Wir nahmen uns etwas Zeit für einen Spaziergang im Flinders Rangers National Park, bevor wir uns auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel „Lake Eyre“ machten.

Wir übernachteten an einer alten Ruine ein toller Spot für eine Übernachtung, Lagerfeuer und das Gefühl von Freiheit. Der Spot sollte uns nicht besonders viel Glück bringen…

Am Morgen stellten wir fest, dass wir in einem Nagel gefahren waren und unser Reifen Luft verloren hatte. Zum Glück hatten wir in Sydney einen Kompressor gekauft, extra einen der teureren Sorte, sicher ist schließlich sicher. Mittels Kompressor versuchte Simone und Elia den Reifen mit Luft zu füllen, damit wir es mit diesem bis zur nächsten Werkstatt schaffen würden. Der Kompressor sollte über den Zigarettenanzünder funktionierten, dieser hatte allerdings nichts besseres zu tun, als durchzubrennen.

Wozu fahren wir Kolonne? Richtig, unter anderem um uns gegenseitig helfen zu können. Somit durfte nun der Zigarettenanzünder vom Wagen der Mädels her halten. Leider hat sich unser Kompressor auch mit diesem nicht verstanden.

Kurz um, der Reifen wurde gewechselt. Der Ersatzreifen war etwas kleiner als die übrigen, was in Australien als illegal gilt, somit wurde die nächste Werkstatt angefahren und unser Reifen repariert. Ich glaube wir sind ca. 100 km weit gekommen, bis sich der nächste Reifen als platt erwies, dieses Mal war ein spitzer Stein Schuld an der Misere.

Lake Eyre hat mit 17 Meter unter dem Meeresspiegel den tiefsten Punkt und ist der größte See Australiens, wenn er denn mit Wasser gefüllt ist, was eher selten der Fall ist. Der ausgetrocknete Salzsee erschien uns wie eine andere Welt, beeindruckend, wie auf Wolken nur das die Salzkristalle spitz sind. Einen Sonnenuntergang in der Mitte eines Salzsees sitzend zu betrachten ist einfach Atemberaubend.

Unser Weg Richtung Simpson Desert führte an Oodnadatta vorbei, hier gibt es nur etwa 270 Einwohner und das bekannte Pink Roadhouse.

Endlich, es war soweit, die lang ersehnte Simpsonwüste war erreicht. Simpson Desert die viertgrößte Wüste Australiens, sie erstreckt sich über eine Fläche von 176.500 km2. Es herrschen Durchschnittstemperaturen von 50-58 Grad. Mit bis zu 200 Kilometer Länge gibt es hier die längsten Sanddünen der Welt. Die bekannteste Düne im Simpson Desert trägt den Namen „Big Red“ mit eine Höhe von 40m.

Da wir zwar Abenteuerlustig aber nicht Lebensmüde waren, haben wir uns entschlossen die Wüste nicht zu durchqueren. Sind wir ehrlich, wir waren blutige Anfänger, unser Benzin und Wasser oder auch Lebensmittel hätten für eine Durchfahrt nie gereicht. Ganz zu schweigen davon, dass unsere Autos viel zu alt waren und keiner von uns Mechaniker war. Wir wollten es uns jedoch nicht nehmen lassen zumindest hinein zu fahren, Dünen zu überwinden  und eine Nacht im Simpson Desert zu verbringen.

Was macht man, wenn das Auto mitten in der Wüste den Geist aufgibt, kein Stück mehr vor und auch kein Stück mehr Rückwärts fährt gepaart mit völliger Ahnungslosigkeit von Autos? Ihr wisst es nicht? Da geht es Euch gerade genauso wie es uns erging.

Wie sich herausstellte hatte unser Auto (ja schon wieder das von Simone, Laura und mir) Transmission Oil (Getriebeöl) verloren. Elias und Simone konnten das Problem des Ölverlustes lokalisieren und beheben (ganz so Ahnungslos waren dann doch nicht alle), jedoch hatten wir nicht genügend Transmission Oil um den Verlust wieder auffüllen zu können und außerdem, wo füllt man das überhaupt hinein? Wir haben lange gerätselt, die Einfüllmöglichkeit jedoch nicht gefunden.

Was nun?  In der Wüste herrscht sagen wir mal so, kein reger Verkehr. Wann würde das nächste Auto kommen und könnte man uns helfen? Wir haben alle möglichen Varianten durchgespielt. Ari, Laila und Alex konnten mit Ihrem Sprit noch bis zur nächsten Tankstelle fahren, zuvor gab es einen Campingplatz, vielleicht war dort jemand der uns helfen konnte. Doch wie würden wir davon erfahren? Die Mädels hätten nicht zurück gekonnt, dafür hätte Ihr Sprit nicht gereicht. Telefon? Keine Chance, kein Netz, kein Sattelitentelefon! Ebenso wenig hätten wir ihnen Bescheid geben können, sollten wir Hilfe erhalten haben. Eine Strafe für die nicht ganz korrekte Fahnenstange drohte ebenfalls sollte ein Ranger unseren Weg kreuzen. Eine Fahne soll vor entgegenkommenden Fahrzeugen in den hohen Dünen warnen, da eine offizielle Fahne allerdings teuer ist, hatten wir uns unsere eigene gebastelt.

Was würde ein Abschleppdienst wohl kosten, wenn dieser in die Wüste geschickt wird?

Ihr merkt schon, es gab rege Diskussionen über alle Varianten, zum Schluss warteten wir gemeinsam. Uns war bewusst, dass wir extrem viel Glück brauchen würden.

Zwei Stunden vergingen bis sich eine Staubwolke am Wüstenhorizont zeigte. Ein Auto! Hoffnung keimte auf, den beiden Insassen klagten wir sogleich unser Leid. Es zeigte sich, dass einer von Ihnen zumindest feststellen konnte, das wir nicht nur unser Transmission Oil verloren hatten, sondern das auch unser Kühler, den wir in Sydney hatten erneuern lassen, locker war (gewechselt wurde dieser von dem gleichen Mechaniker der unser Auto gescheckt hat, bevor die untere Lenkstange gebrochen ist). Mehr konnten die beiden nicht für uns tun. Wie es allerdings bei einer Wüstentour ist, kommt ein Auto selten allein. Auch diese zwei fuhren in einer Kolonne und es folgten, mindestens acht weitere Autos. Insgesamt standen plötzlich neunzehn „Engel“ vor uns und einer von Ihnen sollte Mechaniker sein.

Trevor machte sich mit seinem Freund ans Werk, befestigte den Kühler und füllte unser Transmission Oil auf. Auch die Truppe hatte nicht genug Öl dabei um den gesamten Verlust ausgleichen zu können, kurzerhand wurde mit normalem Motoröl nachgeholfen. Ganz klar keine endgültige Lösung, doch das Auto bewegte sich wieder. Es war einfach unfassbar, ich glaube keiner von uns hatte wirklich damit gerechnet, dass jemand unser Auto mitten in der Wüste reparieren kann. Unglaubliches Glück im Unglück nennt man so etwas wohl.

Nachdem unsere Engel weiter gezogen waren, gab es sogleich das nächste Problem mit unserem Auto. Das Rückfenster war nicht mehr zu schließen, keine Chance! Gut, im improvisieren war Simone der Meister überhaupt, er wurde von uns nicht umsonst auch Mc Giver genannt. Mülltüte und Klebeband, das Problem war gelöst ;-).

Die nächste Werkstatt befand sich ca. 150 Km entfernt. Wir fuhren langsam denn das Auto wurde ganz schön heiß. Da die Mädels an einem bestimmten Termin in Alice Springs sein mussten, hieß es an dieser Stelle erneut Abschied nehmen.

In Mt. Dare gibt es bis auf eine Werkstatt nicht besonders viel, doch genau hier trafen wir noch einmal auf unsere Helfer. Es stellte sich heraus das Trevor im wahren Leben kein Mechaniker, sondern Farmer ist. Sollte ich auf meiner Reise noch Zeit haben werde ich ihn in Victoria auf seiner Farm besuchen um dort zu arbeiten. Laut der Werkstatt reichte es aus weiteres Getriebe Öl nachzugießen, ein kompletter Ölwechsel wurde uns somit erspart. Kosten für das Öl 15 Dollar, einfüllen (also wirklich nur Öl eingießen) 48 Dollar. Tanken war an diesem Ort mit 2,40 Dollar AUD allerdings auch nicht sonderlich günstig.

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Guten Gewissens ging es weiter, leider immer noch auf einer Gravel Road, so langsam reichte mir das geholper :-). Nach etwa zwei Kilometern war „der Ofen“ auch schon wieder aus! „Sense im Gelände“ wie man bei uns so schön sagen würde, das Auto nahm kein Gas mehr an!

Dieses Mal mussten wir nicht lange warten, das uns nachfolgende Auto stoppte sofort. Ein Insasse war so freundlich auszusteigen, damit Laura mit zur Werkstatt fahren konnte. Simone versuchte noch einmal sein Glück, öffnete die Motorhaube und startete den Wagen. Nichts, das Auto bewegte sich keinen Millimeter und in diesem Moment sagte plötzlich eine Stimme „I know what it is“. Der mit uns wartende Herr (Asche über mein Haupt, ich habe den Namen vergessen) nahm ein Kabel in die Hand, steckte es in seine ursprüngliche Position und was soll ich sagen, das war es. Mir fiel ein Stein vom Herzen, ich konnte nicht anders als diesen Mann zu umarmen, mir liefen tatsächlich die Tränen vor Glück und Erleichterung. Wir fuhren Laura entgegen, die sich mit dem Mechaniker bereits auf dem Rückweg befand. Sie staunte nicht schlecht, als Sie uns sah 🙂

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Ob wir es noch heil bis nach Darwin schaffen. Ich für meinen Teil wäre schon heilfroh den Highway zu erreichen…

Fazit:

Gibt die Hoffnung nicht auf, auch wenn es aussichtslos erscheint.

Noch immer bin ich von Australiern überwältigt, in Sachen Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft einfach unschlagbar.

Solltet Ihr vorhaben die Simpson Wüste zu durchqueren, bereitet Euch sehr gut vor, stattet Euch extrem gut aus. Das Auto muss in bester Kondition sein, fahrt in Kolonne und es sollte jemand dabei sein, der Wüstenerfahrung besitzt.

Outback Part One

Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, elf unerfahrene wollten die Wüste Australiens bereisen. Von Sydney sollte es über Broken Hill, Flinders Rangers, Lake Eyre, Oodnadatta (Track), Simpson Desert, Uluru, Alice Springs nach Darwin gehen. Einen Tag vor Abreise dann die Hiobsbotschaft, der Abreisetag musste verschoben werden. Emanuele, der mit Simone, Laura und mir in einem Auto sitzen sollte, hatte seinen Abschied mit Freunden in Sydney gefeiert und dabei etwas zu tief ins Glas geschaut. Da Emanuele ein netter Kerl ist, hat er der Kellnerin im Casino einen Kuss auf die Wange gegeben. Hört sich nicht weiter schlimm an, schließlich hat er niemandem etwas böses getan. Das sah die Security des Casinos vollkommen anders, die Nacht durfte er im Gefängnis verbringen. Um die Angelegenheit zu klären verschoben wir also den Start, leider erfolglos wie sich herausstellte. Es wird ein Gerichtsverfahren geben, denn in Australien gilt sein Verhalten als Nötigung und sexuelle Belästigung. Die Angelegenheit ist so schon kurios genug, wer Emanuele einmal kennen gelernt hat der weiß, das er keiner Fliege etwas zuleide tun könnte.

Mit einem Tag Verlust konnten wir gut Leben, mit dem Verlust unseres Mitreisenden weniger. Aus elf Reisenden wurden somit zehn Reisende. Laura, Simone und ich verabreden uns für den nächsten Morgen, früh um 6 Uhr sollte der Startschuss fallen. Morgens gegen 1 Uhr dann die Nachricht von Simone…“Tomorrow morning we can not leave the car broke“ (Er ist Italiener, sein Englisch ist auch broke). Ich konnte nicht glauben was ich da las! Aber tatsächlich, die untere Lenkstange war gebrochen, das Auto stand in Kings Cross (Stadtteil von Sydney) mitten auf dem Bürgersteig! Nun hieß es bangen das die Polizei den Wagen nicht abschleppen lässt und am frühen Morgen würden wir einen Abschleppdienst rufen, der das Auto zum Mechaniker bringt. Das unglaubliche, wir hatten den Wagen zuvor bereits von einem Mechaniker checken lassen, damit uns genau so etwas nicht passiert. Die befürchtet hohen Reparatur und Abschleppkosten hielten sich zu unserem Glück in Grenzen, wir nahmen uns vor am nächsten Tag zu starten, hielten uns mit unserer Euphorie nun jedoch deutlich zurück.

Ohne weitere Vorkommnisse machten wir uns auf zu unserer ersten ungeplanten Station, die Blue Mountains, richtig die kennt Ihr schon aus meinem letzten Bericht. Dieses Mal warteten wir auf unsere zwei weiteren Teams. Spät am Abend haben sich alle eingefunden, bei Lagerfeuer, Wein und Gitarrenklängen wurde der Start gebührend gefeiert.

Die Stimmung war gut, es ging gemächlich weiter was wohl daran lag, dass wir drei Italiener mit an Bord hatten, bei denen eine Rast schon einmal eine Stunde dauert und damit meine ich auch Tanken oder eine Pinkelpause.

Geschlafen wurde an Orten die wir für geeignet hielten oder die WikiCamps uns als kostenlosen Campingplatz vorgab, wenn wir denn eine Verbindung zur Außenwelt hatten. „In the middle of nowhere“ ist das allerdings eher selten der Fall. Es waren einige schöne Spots darunter wie z. B. stillgelegte Bahngleise die früher einmal zu einer Silbermine führten.

Broken Hill gleicht einem Ort des Wilden Westens. Wie allerdings viele Orte auf dem Weg zur Mitte Australiens wirkte auch dieser Ort, trotz seiner 18.500 Einwohner, wie ausgestorben. Etwa 25 Kilometer nordwestlich von Broken Hill liegt die kleine Stadt Silverton, für Oldtimer Liebhaber eine Augenweide. Zur Hochglanzzeit lebten hier etwa 3000 Menschen, heute ist die Einwohnerzahl auf etwa 89 Personen gesunken.

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Habt Ihr Euch auch schon immer gefragt, ob man im Outback die Sterne besser sehen kann?

South Australia…Ab Yunta sollte es Offroad Richtung Flinders Rangers weitergehen, alle waren voller Vorfreude endlich durften unsere 4 WD den Boden der Gravel Road spüren, das Outback Abenteuer konnte beginnen.

Wir (Simone, Laura und ich) fuhren als zweiter Wagen in unserer dreier Kolonne, hinter uns folgten Alex, Ari und Laila. Vom vordersten Wagen, in dem sich Emmanuelle, Dario, Francois und Elia befanden, war nur noch eine Staubwolke zu sehen…

Wir sahen aus der Ferne wie Menschen von einem Auto hüpften, zumindest deuteten wir es so. Wir konnten nicht erkennen ob es sich um unsere Freunde handelte, dachten allerdings an nichts schlimmes es wurden schließlich oft Fotos geschossen, bei dem der ein oder andere auf dem Dach des Autos sitzt oder steht.

Als wir erkannten was wirklich passiert war, lief uns ein eiskalter Schauer den Rücken herunter. Der Fahrer hatte die Kontrolle über das Auto verloren, welches nun völlig zerstört auf dem Dach am Strassenrand lag. Ihr könnt Euch sicher vorstellen wie geschockt wir waren, als wir erkannten was passiert war. Reflexartig sprangen wir aus unserem Auto um unseren Freunden zu helfen. Ich habe nur noch gezählt wie viele Menschen zu sehen waren…eins, zwei, drei und…und vier! Alle vier! Die Gefühle waren ein einziges Wirrwarr, zum einen waren wir schockiert und zum anderen froh, alle lebend zu sehen.

Es war ein absolutes Wunder das niemandem etwas schlimmeres passiert ist. Emmanuelle musste mit einem Schleudertrauma ins Krankenhaus eingeliefert werden, zusätzlich hatten alle Insassen einen tiefen Schock.

Was ich so stark bisher nur in Australien spüren durfte, ist eine grenzenlose Gastfreundschaft. Die Ambulanz die Emmanuelle in Begleitung von Alex zum Hospital fuhr, brachte Alex am Abend zurück zu unserem Campingplatz. Paul (freiwilliger Sanitäter) und seine Frau luden uns auf Ihre Farm ein, wo wir so lange bleiben durften, bis wir wussten wie es weitergehen sollte und Emmanuelle aus dem Krankenhaus zurück war. Überwältigt von so viel Gastfreundschaft, nahmen wir das Angebot dankend an.

Paul zeigte uns einen Teil seiner 128 acres großen Farm. Unglaubliche weiten und interessante Stellen, von Malereien die von Aborigines stammen bis hin zu einer alten Hirtenhütte.

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Franciose hatte bereits beschlossen die gemeinsame Tour an dieser Stelle zu beenden. Nach einem solchen Ereignis ist es nur zu gut zu verstehen, das man nicht einfach so wieder zur „Tagesordnung“ zurück kehren kann. Auch Emmanuelle und Dario brauchten mehr Zeit und wollten Ihre Reise zu einem späteren, unbestimmten Zeitpunkt fortsetzen.

Der Abschied viel uns schwer. Zu siebt setzten wir nun unsere Reise fort, begleitet von der Frage (zumindest stellte ich mir diese), ob die Reise eine so gute Idee war und die Vorkommnisse nicht schon genug waren, um die Reise abzubrechen…

Hoffen wir, das es auf unserem Weg nicht noch weiteres Unglück gibt…

Fazit:

Küsst niemanden den Ihr nicht kennt einfach so auf die Wange oder sonst wo hin.

Investiert lieber etwas mehr Geld beim Kauf eines Autos in Australien, obwohl das natürlich am Ende auch keine Garantie ist.

Fahrt bitte vorsichtig!