Peru II – Titicacasee – Huaraz -Huanchaco

Der Titicacasee ist der größte See Südamerikas, er gehört zum einen Teil zu Bolivien und zum anderen Teil zu Peru. Es scheiden sich die Geister, welche Seite des Sees nun die schönere ist.

Ich habe entschieden in Peru zu bleiben und eine Tour gebucht, die mich über „Puno“ auf die „Islas Flotantes“, die schwimmenden Inseln brachte. Die „Uros“, so nennen sich die Ureinwohner des Titicacasees, benötigen ca. 1 1/2 Jahre für die Fertigstellung einer aus Tortora-Schilf bestehenden Insel, auf denen Sie mit Ihren Familien noch heute Leben. Jede Insel hat einen eigenen „Bürgermeister“, dieser erklärte uns anschaulich, wie die Inseln gebaut werden und wie diese befestigt werden, damit man am nächsten morgen nicht plötzlich in Bolivien aufwacht.

Übernachtet haben ich und meine Tourmitglieder auf der Insel „Amantani“ wo wir von unseren einheimischen Gastfamilien herzlich begrüßt wurden. Es handelte sich in meinem Fall nur um eine Übernachtung, daher war es nicht besonders schlimm, dass es kein fließendes Wasser gab und man somit nicht duschen konnte. Ich hatte genug Hygieneartikel dabei, für die Wasserspülung der Toilette gab es ausreichend Wasser in Eimern. Das Essen war vegetarisch, alles aus eigener Herstellung bzw. aus dem eigenen Garten, köstlich und gesund.

Wir machten uns am späten Nachmittag auf zum Gipfel, von welchem man einen traumhaften Ausblick hat und einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben darf.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Insel „Taquile“, welche einen kleinen Marktplatz zu bieten hat, sowie eine bezaubernde Sicht auf den Titicacasee. Mit dem Nachtbus ging es am Abend von Puno aus zurück nach Cusco, wo am nächsten Tag mein Flug nach Lima auf mich wartete.

Von Lima aus machte ich mich, erneut mit einem Nachtbus, auf zu meinem nächsten Ziel, Huaraz. In Huaraz kann man eine ganze Menge unternehmen. Die Umgebung ist ein „muss“ für Wanderlustige. Ich habe mich entschieden drei Tage zu bleiben, die Stadt hat mir nicht sonderlich gut gefallen, dafür umso mehr die Möglichkeiten und Vielfalt der angebotenen Touren.

Zunächst ging es für mich zum Gletschersee „Llanganuco“.
Die Llanganuco Lagune wir durch das Auftauen des Eises der Berge „Huscaran“ und „Huandoy“ gebildet. Es spiegelt sich ein beeindruckendes Farbspiel von türkis bis dunkelblau wieder. Die Aussicht ist faszinierend.

Nachdenklich gestimmt wurde ich bei der Besichtigung der alten Stadt oder besser des alten Ortes der Stadt „Yungay“.
Das „alte Yungay“ wurde am 31. Mai 1970, nach einem Erdbeben welches einen Bergsturz auslöste,  vollständig unter Massen von Geröll und Schlamm begraben. Einzig die Christustatue und darunter liegende Grabmäler blieben verschont. Zeugen der Stadt sind nur ein paar Mauerreste und ein Wrack von einem Kleinbus.
Laut unserem Guide starben bei dieser Katastrophe 25 Tausend Menschen von denen nur 9.2 Tausend gefunden wurden.

Wer noch nie einen Gletscher besichtigt hat, darf sich die Tour zum Pastoruri Gletscher nicht entgehen lassen. Auf einer Höhe von über 5000 Metern ist dieser, über einen kurzen Fußweg von ca. 2,5 km, zu erreichen. Der Weg führt vom Parkplatz aus direkt zum Gletscher und nimmt, aufgrund der dünnen Luft, ca. 30 -40 Minuten in Anspruch. Der Aufstiegt wird mit einem unglaublichen Blick auf den Gletscher belohnt. Aufgrund des Klimawandels sind diese Gletscher allerdings wohl nur noch wenige Jahre zu bestaunen.

Ich habe mich entschlossen meine letzten Tage in Peru sanft ausklingen zu lassen und mir ein Busticket nach Trujillo gekauft. Von dort aus gelangt man, mit einem Taxi oder öffentlichen Bus, an den ca. 13 Kilometer entfernten Strand an der Nordküste von Peru, nach Huanchaco. In Huanchaco lasse ich  meine Reise durch Peru in Ruhe noch einmal revue passieren. Aktionsfreudige können hier surfen oder Ausflüge zu archäologischen Stätten buchen bzw. sich auf eigene Faust auf Entdeckungstour begeben.

Nun bin ich fast ein Jahr in dieser wunderschönen Welt unterwegs und noch lange nicht müde. Nichts desto trotz nähert sich meine Reise dem Ende.

Ich freue mich, dass Ihr mich auf meiner Reise durch die Welt begleitet habt!
Es stehen noch viele weitere Länder auf meiner Wunschliste, besonders Südamerika will erkundet werden! Doch alles zu seiner Zeit!

Es ist schön, noch Träume zu haben ;-).

In diesem Sinne, wünsche ich allen ein gesundes und glückliches neues Jahr! Ich weiß noch nicht was mich in 2016 erwartet, eines ist jedoch sicher, es wird spannend, neu und ich freue mich darauf :-).

Fazit:

Die schwimmenden Inseln der Uros sind eine interessante Besichtigung. Ja, es ist sehr touristisch und selbstverständlich wollen die Uros Ihre Ware an den Mann bringen, doch trotz alledem, ist es sehenswert.

Wer schon in Patagonien war, findet die Pastoruri Gletscher höchst wahrscheinlich nicht besonders beeindruckend, allen anderen rate ich zu diesem Ausflug.

Meine absolute Empfehlung für das Hotel/Hostal „Las Brisas“ in Huanchaco! Mehr Freundlichkeit habe ich in einer Unterkunft noch nicht erlebt. Mein Bus fuhr erst um 22 Uhr abends und es war überhaupt kein Thema, dass ich bis 20:30 Uhr das Zimmer ohne Aufpreis nutzen konnte. Die Besitzer haben zudem immer ein strahlendes Lächeln.
Hostal Las Brisas

Lima – Cusco – Machu Picchu

In Lima habe ich bei meinem Host Julio in „Milaflores“ gewohnt.
Ich hatte viel Glück! Julio ist sehr begeistert von seinem Land und hat mir viel über die Sehenswürdigkeiten Limas erzählt. Mit einer von ihm handgezeichneten Karte machte ich mich auf nach „Barranco“. Von Milaflores aus ist es einfach mit der „Metropolitano“ von Nord nach Süd oder umgekehrt zu kommen.

Schriftsteller und Künstler machten „Barranco“ zu einem Künstlerviertel. Die Häuser sind im kolonialen und republikanischen Stil erbaut, der Stadtteil wirkt sehr relaxed.

Mein nächster Halt war „Costa Verde“, ebenfalls ein Stadtteil von Milaflores. Carlos Dogny brachte im Jahre 1930, nach seinem Besuch auf Hawaii, ein Surfbrett mit nach Milaflores und gründete dort den bekannten Surfclub „Waikiki“. Klar somit, am Strand von Milaflores kann gesurft werden.
An der „Costa Verde“ gibt es den kleinen, sehr hübschen „Parque del Amor“. Liebende Treffen sich hier und bekommen gern auch ein Ständchen gesungen.

Die Unterschiede können in Lima nicht größer sein.
Die Altstadt hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit, welche sich beim durchqueren an allen Ecken widerspiegelt. Man schlendert vorbei an alte Herrenhäuser, Kloster und Kirchen welche im Stil des Barocks und der Renaissance erbaut wurden. Unweit entfernt, in der Nähe des Stadions, findet man den „Parque de la Reserva“ der eine spektakuläre Wassershow zu bieten hat. Aufgrund der „Light Show“ ist meine Empfehlung, den Park am Abend zu besuchen.

Meine Reise führte mich weiter nach Cusco, der Nabel der Welt. Sobald das Stadtzentrum erreicht ist, befindet man sich auf den Spuren der Inkas. Cusco wirkt vollkommen authentisch, ein wunderbares Flair mit seinen kleinen Cafes und Restaurants. Mir hat es der „San Pedro“ Markt angetan, es gibt alles was man sich vorstellen kann. Zwischen Obst, Gemüse, Käse, Hühnersuppe und anderen Leckereien findet man auch Blumen, Spielzeug oder Kleidung. Die Preise sind Verhandlungssache, doch selbst ich habe nicht immer gehandelt und ich liebe Handeln. Wenn eine Mütze allerdings nur 2,15 Euro kostet, was wollt Ihr da noch sagen? Der zentrale Platz heißt „Plaza de Armas“ und ist umgeben von Kirchen und architektonisch wunderschönen Gebäuden. Nicht nur die dünne Höhenluft raubt einen den Atem.

Die wohl am meisten besuchte Sehenswürdigkeit „Machu Picchu“ konnte auch ich mir nicht entgehen lassen. Von Cusco aus habe ich eine Bus-Tour über 2 Tage gebucht und mich aufgemacht nach „Aguas Calientes“, ein Dorf am Fuße des Berges. Die Strecke über 8 Kilometer, hinauf zum auf deutsch „alter Gipfel“, kann mit einem Bus oder über einen kleinen Fußweg , der überwiegend aus Treppen besteht, zurück gelegt werden. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit einigen Mitreisenden machte ich mich pünktlich um 4:30 Uhr auf den Weg. Als wir den Gipfel erklommen haben, war ich platt und habe mich gefragt, wie man auf die Idee kommen kann, eine Stadt in 2360 Metern Höhe zu bauen! Bei Anblick dieser wichen alle bösen Gedanken gleich wieder, es blieb nur ein Staunen übrig. Erbaut wurde Machu Picchu im 15. Jahrhundert.
Wenn man das ganze dann schon hoch laufen konnte, ist es nur ein Klacks diesen Weg auch runter zu gehen. Um zu unserem Bus zu kommen hieß es nochmals 10 Kilometer laufen.

Spät am Abend in Cusco angekommen, wollte ich nur noch duschen und schlafen. Meine Hostel Bewohner sahen das völlig anders, duschen durfte ich, um danach an eine „spanische Nacht“ teilzunehmen. Tortilla und Sangria beleben Körper und Geist, ich habe in dieser Nacht geschlafen wie ein Baby :-).

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Fazit:

Milaflores ist ein sicherer Ort in Lima. Mit der „Metropolitano“ kommt man gut von A nach B. Sicherlich sollte man in öffentlichen Bussen immer auf seine Wertsachen achten.

Die Fluggesellschaft LCPeru bietet oft günstige Inlandsflüge an.
http://www.lcperu.pe/

Ein Hostel für 6 US Dollar die Nacht in Cusco: „Caja Magica“
http://hostalcajamagica.com/

Eine günstigste Möglichkeit nach Machu Picchu zu kommen, ist mit dem Bus. Man muss nicht unbedingt eine Tour buchen. Es ist auch möglich eine Busfahrt zu buchen und sich vor Ort selbst zu organisieren. Die Bus Preise können oft auch noch einmal verhandelt werden.

 

 

Costa Rica II

Unser nächstes Ziel in Costa Rica war Tamarindo, ein kleiner Ort mit einem langen Sandstrand und perfekten Wellen für Surfer. Tamarindo liegt an der Küste des Pazifischen Ozeans.

Der Ort besteht überwiegend aus Restaurants, Touranbieter und Bars, selbstverständlich kann man auch shoppen gehen, die Preise sind jedoch eher gehoben. Auch Nachtschwärmer kommen auf Ihre Kosten.
Unsere liebe Katrin konnte nicht genug von den Sonnenuntergängen bekommen, die und da muss ich Ihr durchaus zustimmen, spektakulär sind.

Gewohnt haben wir im Hostel „La Botella de Leche“, eine Backpacker Unterkunft mit Pool. Die Atmosphäre in dieser Unterkunft war toll, man kommt sehr schnell mit anderen Gästen ins Gespräch, so kam es auch zu meiner ersten Surfstunde. Mit Kirstin und Martin, die beide aus den USA stammen, ging es auf zum Strand. Martin rief kurzer Hand seinen Freund Jorge an, der mir für einen kleinen Obolus Surfstunden gab, sicher konnte Jorge nicht erahnen was da auf ihn zukam :-).
Nach einigen Trockenübungen die leicht zu meistern waren, ging es ins warme pazifische Meer. Wie sich herausstellte, waren die Trockenübungen nicht so einfach in die Realität bwz. im Wasser umsetzbar. Mein Lehrer hatte eine Engelsgeduld, nach gefühlten zwei Stunden stand ich, wie von Jorge versprochen, auf dem Brett und surfte meine erste Welle. Da das ganze direkt auch ein zweites Mal klappte, entschieden wir uns für eine kurze Pause. Nach gemütlichen zusammensitzen mit einem kühlen Blonden (nein kein Typ, sondern ein Bier) ging es erneut ans Surfen. Was soll ich sagen? Eine neue Surferin ist geboren ;-).

Leider gibt es dazu keine Bilder, doch zumindest von der Unterkunft und unserem abendlichen beisammen sitzen.

Unsere liebe Edith hat sich als Ort Ihrer Geburtstagsfeier „Montezuma“ ausgewählt. Was früher ein Geheimtipp war, ist heute ein beliebter Ort für Touristen, trotz seinen vielen Sodas, Touranbieter und Souvenirshops hat er an Ursprünglichkeit nicht verloren. Besonders schöne Strände sucht man vergebens, ebenso ist es aufgrund der Wellen, Strömungen und Steine im Wasser schwierig, schwimmen zu gehen. Der Hippie-Charme ist das, was Montezuma noch heute ausmacht.

Eine Wanderung zu den „Montezuma Falls“ darf man sich nicht entgehen lassen, allerdings ist festes Schuhwerk unbedingt zu empfehlen, da es keine befestigten Wege gibt. Der mühsame Weg lohnt sich und eine Erfrischung im kühlen Nass entschädigt sogleich. Wer noch nicht genug von diesem Abenteuer hat, kann durch erklimmen eines steilen Weges über Stock und Stein einen weiteren Wasserfall erreichen. Das alles selbstverständlich auf eigene Gefahr. Sanitäranlagen, ich brauche es kaum erwähnen, werdet Ihr nicht auffinden.

Auf unseren Weg zurück nach San José übernachteten wir im „Airport Hotel Berlor“ in Alajuela. Die Pizza, aus der hauseigenen Pizzeria, ist extrem lecker. Das Hotel liegt 2km vom Flughafen entfernt, es gibt von 3 Uhr morgens mit 11 Uhr mittags einen kostenlosen Shuttle Service.

Es war sehr schön, einige meiner lieben aus Deutschland wieder zu sehen. Nun bin ich in Peru und kann Euch schon jetzt sagen, es ist unglaublich hier. Ihr dürft gespannt sein auf das Land der Inka…

Fazit:

Solltet Ihr surfen lernen, lasst Euch ein langärmeliges Shirt geben und am besten auch eine lange Hose. Ich habe ein kurzes Shirt getragen und meine Bikini Hose, das Surfbrett für Anfänger ist sehr rau und somit habe ich mir ganz schön die Haut abgeschürft.

Tamarindo: Das argentinische Restaurant „Patagonia“ bereitet ausgezeichnete Steaks zu.

Montezuma: Auch wenn der Weg steinig und schwer ist, die Montezuma Falls sind es wert.